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A Story of O. & I.

pictures from the show

VIDEO (full version)


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variations on A Story of O. & I.

november 2015

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set sketches for the group exhibition "ARTmART" in Künstlerhaus, Vienna

variations on PIED-NOIR

06.09.14 

pied-noir 06.09.jpg

in the gallery Schleifmühlgasse 12-14, Vienna

vocal performance with Sebastian Bauer, Anna Feldbein and Nicolas Simeha
thanks to Clémence Passot !

06.06.14 

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at "le M.U.R" in St Etienne (Fr)

"affectueux bonjour a tous" (agrandissement au crayon graphite d'une carte postale représentant le théâtre antique de Djémila en Algérie), see HERE
28.09.13 

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in the gallery Schleifmühlgasse 12-14 at 6p.m in Vienna public interview between Anna and Lise, see HERE

CATALOG

catalogue 1.jpg

LISE, LAIA, ELLA, ASTRID, TABITHA, LAIA, ALIX, TALIN, MARY KATE

was an exhibition, a performance cyclus and a show. Laia, Ella, Astrid, Tabitha, Laia, Alix, Anne, Talin, Mary Kate and me are performers, visual artists, choreographers and mothers.

help visual concept CLEMENCE PASSOT
translation CLARA REINER, ANNA FELDBEIN, NICOLAS SIMEHA
photographies ANGELA BEDEKOVIK (Talin, Mary Kate), CARL & THEO SEIDL (Anne)
realisation & production LISE LENDAIS

in english, german and french

To / pour / für
Laslo, Ona, Äki, Piel, Dimos, Jannis, Elja,
Aimé, Carl, Theo, Mira, Finn, Adah, Aki

catalogue 6.jpg

catalogue anne 2.jpg

EUROPE IN MOTION

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"In EUROPE IN MOTION a selected group of young choreographers from different European countries will enter into a weeklong discussion about their work, artistic visions, methods, traps, opportunities and share their ideas on the future of dance performance. This will happen under the guidance of two experienced mentors from the dance sector. After the dialogue sessions, they will present their latest work to a festival audience, who can meet young, fresh, new, up and coming makers. For the participants, the programme functions as an impulse to their artistic development. The programme travels during two years to all partners in the project and is embedded in their festival programming."

curator  BETTINA KOGLER 
mentors JONATHAN BURROWS & GERHARD NESTLER
production assistant CHRISTINA HOMMEL
participants GARY CLARKE (GB), MARY KATE CONOLLY(GB), SETAREH FATEHIIRAMI (NL), FERNANDO BELFIORE(NL), LISE LENDAIS(A), KATHARINA AIGNER(A), FATIH GENCKAL (TK), TALIN BÜYÜKKÜRKCIYAN (TK), CEMIL CAN YUSUFOGLU(TK)

in the frame of the festival Imagetanz.

you can see "between 10s and 20s actions", a serie of short performance acts made in relation to this exchanging week.

I proposed to design ACTION / POSE / POSITION / ATTITUDE in using the whole capacities of the bodies : movement, talk, sing, dance...

Those actions were framed by a time line between 10 and 20 seconds.

This short format aims to act between visual and performing art.

It was live and I filmed it.

In consideration of how exchanges, I invite the participants to compose fictional characters and to continue a question I'm haunted by : "when starts a performance?"

AUGUST'S VARIATION - a solo exhibition in 3 parts

january 2013

Part 1 : CRY & LAUGH / drawings

DIE MUTTER.jpgDER VATER.jpgDAS KIND.jpg

Part 2 : LAIA & ONA / videos

with LAIA & ONA FABRE


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Part 3 : ELLA, ASTRID, TABITHA, LAIA, ALIX, ANNE / Performance cyclus

with Ella Besnaïnou, Astrid Sodomka, Tabitha Dattinger, Laia Fabre, Alix Eynaudi and Anne Juren

in the Gallery Schleifmühlgasse 12-14 (VIENNA) between july 2012 and january 2013

VITRINE avec sculpture.jpg

5 PORTRAITS OF CLARA REINER* IN SLAPSTICK SITUATIONS

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performed in the gallery Schleifmühgasse 12/14, VIENNA

concept CLARA REINER performance CLARA REINER light ANDREAS LENDAIS photos ASTRID SODOMKA

see one portrait here, and more...

I laugh(…)

I cry(…)

"Il le faut avouer, telle est la vie humaine: 

Chacun a son lutin qui toujours le promène 

Des chagrins aux amusements."

8 portraits of the baritone Nicolas Simeha

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performed in the gallery schleifmühlgasse 12/14, VIENNA

concept LISE LENDAIS performance NICOLAS SIMEHA technical support ANDREAS LENDAIS make-up DENISE PARIZEK

PORTRAIT 1: body warm up  PORTRAIT 2 : voice warm up  PORTRAIT 3 : practice on a piece (Papageno)  PORTRAIT 4 : "Der Vogelfänger bin Ich ja!" Papageno, die Zauberflöte, Mozart  PORTRAIT 5 : Der Müller und der Bach, Die Schöne Müllerin, Schubert  PORTRAIT 6 : Peer Gynt's serenade, Peer Gynt, Grieg  PORTRAIT 7 : Kaddish, Ravel  PORTRAIT 8 : Couplets bacchiques, Poulenc

How to re-make?

Jean qui pleure et qui rit (1772) Voltaire


PIED-NOIR

12.09.14 at the festival Legeartis in Lech (AT)
theatrical concert "an incomplete song" with Nicolas Simeha and Sebastian Bauer (piano : David Six)

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VIDEO

Interview von Nicole Foucher mit Lise Lendais am 5. Dezember 2014, Wien (gekürzte Fassung)

Übersetzung Isolde Schmitt Aufnahme und Schnitt Nadjib Siagh

1. Ich habe Algerien ganz anders erlebt als er. Er war Kolonialist, ich wurde einberufen, ich war Soldat. Ich war 18 Jahre alt, als ich einberufen wurde,
wir stiegen in Marseille in ein Boot und wir reisten im Schiffsbauch, wo zuvor Tiere gewesen waren. Von der Normandie nach Marseille waren wir im Zug gereist und am Gang gestanden. Wir sind in Bône angekommen. Die Über- fahrt dauerte zweieinhalb Tage. Von dort wurden wir in Lastern nach Bône verfrachtet und fuhren sofort ins Lager im Djebel, etwa 40 km von Bône entfernt. Häuser gab es nicht, nur Zelte, alles umgeben von einem Stachel- draht und Aussichtstürmen. Wir wurden zu Kampfschauplätzen gerufen, wir machten auch Patrouillengänge entlang der Grenze zwischen Algerien und Tunesien.

2. Was sah ich am ersten Tag? Zehn tote Algerier, die am Boden lagen. Das war für mich wirklich ein schrecklicher Einstieg. Bei der Operation vor unserer Ankunft waren zehn „Rebellen“ getötet worden, sie lagen da, voller Blut.
Ich war es nicht gewohnt, solche Dinge zu sehen, es machte mich einfach krank. Es bestärkte mich in meiner Absicht, nicht kämpfen zu wollen. Ich wurde ins Gefängnis gebracht, weil ich mich weigerte, zu kämpfen.

3. Ein Hauptmann verstand meine Einstellung und versuchte, mich zu schützen, aber er konnte mich nicht immer im Lager behalten. Ich musste trotzdem raus, wenn es einen Einsatz gab. Eine Anekdote: Ich wurde im Spital von Bône operiert, weil ich im Lager ins Koma gefallen war. Während meiner Rekonvaleszenzphase lernte ich einen Burschen kennen, der Dolmetscher in Straßburg gewesen war, beim Europarat in Straßburg. Er war Soldat wie ich, aber aufgrund seiner Position hatte er das Glück, in Bône bleiben zu dürfen und er arbeitete in einer Zahnarztpraxis. Wir gingen auf der großen Avenue von Bône spazieren, neben dem Meer. Algerien ist ein wunderschönes Land, schade, dass gerade Krieg war, aber es war sehr schön. Es war heiß, wir hat- ten Durst und Christian – so nenne ich ihn jetzt, ich kann mich nicht mehr wirklich an seinen Namen erinnern – er war nett und witzig, und er liebte Cowboyfilme. Deswegen ging er in genau dieser Aufmachung spazieren:
mit einem Cowboyhut, seinem Revolver an der Seite. Er war wie ich gegen den Krieg. Ich schlug ihm vor, etwas trinken zu gehen. Wir setzten uns in ein Café, rund um uns viele Algerier. Plötzlich stand etwas zu trinken vor uns auf dem Tisch. Ich fragte den Kellner, wer uns da eingeladen hatte. Er antwortete: „Der Herr da drüben.“ Da sagte ich ihm, er solle auch ihm etwas bringen.
Der Mann war Algerier. Wir diskutierten und dann fragte ich ihn: „Was machen Sie?“ Er antwortete: „Ich bin von der FLN wie alle Leute hier, die könnten Sie abführen und dann würden Sie verschwinden.“ Wir waren

geschockt. Doch dann sagte er: „Ich werde es nicht machen, denn ihr seid Soldaten, die einberufen wurden, und vielleicht wollt ihr diesen Krieg ja gar nicht.“ Wir hatten zuvor diskutiert und er hatte verstanden, dass wir diesen Krieg nicht wollten. Da bedankte ich mich bei ihm. Es war wirklich ein intelli- genter, klarsichtiger Mensch. Er wäre jemand gewesen, der eine wichtige Position in der Regierung einnehmen hätte können. Wir gingen wieder ins Lager zurück. Ich war wieder in Millesimo. Drei oder vier Monate später wur- den wir vor Ort gerufen, es war eine Gruppe von Rebellen gefunden worden. Wir wurden mit den Helikoptern (den „Bananen“) transportiert, die nicht aufsetzten, weil sie nicht mehr hätten abheben können. Wir mussten abspringen. Vor Ort sah ich drei tote Algerier liegen, unter ihnen erkannte
ich Hassan. Da begann ich zu weinen. Meine Kollegen sagten: „Warum weinst du?! Das sind doch Terroristen!“ Siehst du, welche Mentalität unter den Solda- ten herrschte?

4. Als ich einberufen wurde, war das ein Schock für mich, weil ich immer für ein algerisches Algerien gewesen war. Wir hatten erst Indochina verloren, dann Marokko. Mein älterer Bruder war in Marokko gewesen. Dann Tunesien. Alle Kolonien verschwanden nach und nach – warum sollten wir noch in Algerien kämpfen? Man sagte uns, es sei im Interesse Frankreichs. Ich denke, es war eher im Interesse der Kolonialisten und mancher Militärmitglieder.
Das hat mich noch mehr in meiner Sichtweise bestärkt, aber ich war von Anfang an dagegen. Ich habe dadurch wohl drei Jahre meines Lebens verloren, oder sogar mehr, denn als ich von Algerien zurückkam, musste ich zwei Jahre in ein Sanatorium.

5. Eigentlich hatte man bei einer Einberufung zwei Jahre in Algerien abzulei- sten. Ich bekam ein weiteres Jahr aufgebrummt. Ich begleitete die Kollegen meines Jahrgangs nach Bône, denn wir mussten über den Pass von Fedjous, wo es immer Hinterhalte gab. Ich begleitete sie dann bis zum Schiff, ich musste noch ein weiteres Jahr bleiben. Wir kamen dann wieder ins Lager von Millesimo zurück. Das war traurig für mich.

6. Die Europäer, die Pieds-noirs, wurden manchmal entführt, die Algerier wollten sie loswerden und wir Soldaten mussten eben diese Pieds-noirs beschützen, die Höfe besaßen und welche die Algerier ausbeuteten. Doch eigentlich wollte ich sie nicht schützen.

7. Ich hatte viel Kontakt zu Kolonialisten, die Höfe hatten und sehr reich waren. Kolonialisten aus der Stadt kannte ich kaum.

8. Soldaten waren auch bei den Pieds-noirs nicht beliebt. Ich erzähle dir noch etwas. Als wir Durst hatten und um Wasser baten, ließen die Pieds-noirs uns

dafür zahlen. Und das, obwohl wir sie schützten, denn in der Nacht wurden die Höfe öfter angegriffen und angezündet. Ich hatte eigentlich keine Lust, mich dafür töten zu lassen.

9. Ich sah später Pieds-noirs, die bedauert werden wollten... sie hätten gerne gehabt, dass man sagt: Die Armen, alles haben sie verloren. Natürlich haben sie viel verloren, aber das war eben das Risiko, sie waren ja in einer Kolonie, sie waren ja nicht zu Hause. Später mussten sie dann auswandern, sie wur- den wieder nach Frankreich gebracht. Koffer oder Sarg. Angeblich war die Rückreise im Flugzeug wie in einem Viehwaggon. Die gab es doch nur unter den Deutschen während des Krieges. Als wir die Überfahrt mit dem Schiff machten, waren wir im Schiffsbauch, das waren zwar keine Viehwaggons, aber fast. Ich finde das unmöglich. Ein Flugzeug ist kein Viehwaggon. Für mich ist das schwer zu akzeptieren. Sie wollten ja nicht nach Frankreich, aber sie mussten irgendwann gehen. Dann sagte De Gaulle: Algerien den Algeriern! Das führte dann zur OAS.

10. Charles de Gaulle wollte an die Macht. Damals war Pflimlin Premier- minister, und er war für ein algerisches Algerien er gehörte zur Linken, zu den Kommunisten wie viele Franzosen im Übrigen, die Jungen, auch Mendès France, ein Sozialist, auch er war für ein algerisches... französisches Algerien. De Gaulle wollte es sich mit niemandem verderben, nicht mit den Pieds-noirs und auch nicht mit den Vertretern der Armee. Da waren Generäle in Algerien, die schon in Indochina gekämpft, es verloren und das nicht verkraftet hatten. Sie wollten unbedingt ein französisches Algerien. Deshalb stellte sich
de Gaulle auf ihre Seite und gewann die Wahl, denn ein Teil des Volkes war auch für ein französisches Algerien. Jene, die ein Algerien für die Algerier wollten, waren eine Minderheit. Als er Präsident wurde, hielt er seine Rede
in Algier: „Für ein französisches Algerien!“ Du warst damals noch nicht auf der Welt, aber es war dramatisch. Dann war de Gaulle an die Macht gekommen und sah, dass die Dinge in Algerien aus dem Ruder liefen.
Da sagte er: „Algerien den Algeriern!“ Er hängte einfach sein Mäntelchen nach dem Wind. Den Generälen vor Ort gefiel das gar nicht. Sie verweigerten ihm den Gehorsam, denn sie wollten ihre Interessen in Algerien verteidigen
und so entstand die OAS. Die verübte viele Verbrechen. Manche Legionäre desertierten. Wenn Algerien algerisch werden würde, dann hätten sie nichts mehr... Sie hatten Indochina, Marokko und Tunesien verloren, wenn sie nun noch Algerien verlieren würden, dann gäbe es keine Kolonie mehr. Es gab auch Armeeangehörige, die von der OAS gefoltert und getötet wurden.
Es war ein absurder Krieg.

11. Ich war im Gefängnis, was unverhältnismäßig zu meinem Vergehen war. Mein Schädel wurde mir kahlgeschoren. Tagsüber machten wir Kieselsteine

für Straßen, weil es zu wenige gab. Nachts gingen wir in die Zellen hinunter, in den Keller. Es war grausig. Wir waren untergebracht wie Banditen, wie gewöhnliche Mörder. Als ich frei kam und wieder im Lager war, musste ich in der Nacht Wache stehen und Rundgänge machen - als Strafe.

12. Das Interview ruft sehr unangenehme Erinnerungen in mir hervor, wie die, als ich Hassan tot liegen sah und als die Kollegen sagten, er sei ein Terrorist... Als ich aus Algerien zurückkam, war es schwierig, mir wieder ein Leben auf- zubauen. Ich wollte nicht mehr ausgehen. Ich blieb nur noch zu Hause bei meinen Eltern. Ich wollte nicht mehr arbeiten, nichts mehr... So etwas geht

dir nahe und du fragst dich: Wozu dieser Krieg? Egal, um welchen Menschen es sich handelt, wenn einer nichts im Kopf hat, dann passiert so etwas.
Man mischte uns auch Dinge in die Getränke, damit wir aggressiv würden und auch, damit wir sexuell die Dinge nicht so spürten; sie gaben uns etwas in den Wein, damit wir nicht mehr darüber nachdachten, was wir machten. Denn es gab auch wirkliche Fanatiker, Kollegen, die hochzufrieden waren, jemanden töten zu können. Das war das Problem vieler, als sie zurückkehrten: Du hattest die Erlaubnis, zu töten. Die Leute dachten, wenn sie jemanden töten, werden sie nicht bestraft. Die dachten, es sei wie im Krieg.

13. Das ist wirklich traurig. Die französischen Militärangehörigen und das, was sie gemacht haben, steht dem, was die SS in Frankreich gemacht hat,
in nichts nach. Die legten ein elektrisches Gerät an das Geschlechtsteil an, um die Leute zum Reden zu bringen. Aus dem zweiten Büro in Bône hörte man die Schreie der Gefangenen. Danach wollten die Leute nicht reden, waren halb tot und man legte sie auf einen Lastwagen, und dann kam das, was man Gefangenenerschießungen nennt. Man füllte den Lastwagen mit Holz und sie hatten keinen Platz mehr darin. Sie gruben ein Loch und dann tötete man sie darin. So liefen die Dinge ab. Was haben die Deutschen Schlimmeres gemacht als wir? Der Letzte fiel dann von alleine um und man legte ihn in seinen Sarg. Was haben die Deutschen anderes gemacht? Konzentrationslager gab es zwar nicht in Algerien, dafür aber viel anderes. Die Verhöre in Bône machten höhere Militärangehörige. Was war die FLN schon? Leute, die ihr Land verteidigten. Die Kontrollen im Land waren wie in Vichy, die Regierung von Vichy hatte Frankreich de facto verraten, denn sie arbeitete für die Deutschen. Wenn Militärangehörige Widerstandskämpfer und Patrioten verhafteten, dann war das ungefähr das Gleiche.

14. Bei jedem Krieg, egal welchem, hast du Menschen, die fanatisch sind und Menschen, die denken können. Doch die Fanatiker setzen sich in einem Krieg immer durch, und die anderen kommen ins Gefängnis. Man hat nicht das Recht, zu reden oder irgendetwas zu tun. Das ist der Grund, warum ich heute davon spreche. Ich bin nicht gegen mein Land, ich liebe Frankreich, es gab

sicher viel Gutes, aber damit war ich absolut nicht einverstanden.

15. Die Harkis waren Algerier, die für ein französisches Algerien waren. Für die FLN waren die Harkis Kollaborateure, wie für uns damals jene, die für die Regierung von Vichy waren und für die Deutschen – und dann gab es noch die, die für de Gaulle waren.

16. Es gab Verurteilungen. Er hat sie verteidigt. Ich bewundere sehr, was er gemacht hat. Er sagte, sie hätten keine Chance gehabt, es war „als würde man in eine Violine pinkeln“. Hör dir den Ausdruck an. Es gab auch drei Todesurteile. Die anderen bekamen Gefängnisstrafen und wurden später
oft begnadigt. Es war ein Jammer. Franzosen durch Franzosen aburteilen zu lassen... Er hat sie verteidigt und hat sich somit exponiert. Er kam dadurch auch unter Druck durch Leute, die nicht seiner Meinung waren. Es war mutig von ihm. Er war Anwalt und verteidigte sie. Die Leute von der OAS hatten auch nicht viel Auswahl bei den Rechtsanwälten. Niemand wollte sie verteidigen. Es war eine schwierige Zeit für alle.